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Neuigkeiten und Impulse - in die Mitte finden

Montag, 16 April 2018

Leben in Zahlen

Bin ich zu dick? Um das heraus zu finden, stellt man sich auf die Waage. Um eine noch detailliertere Einschätzung zu erhalten, errechnet man daraus den BMI und das Ergebnis lässt schließlich Rückschlüsse darauf zu, ob man sich im genormten grünen Bereich befindet. Sollte es Abweichungen geben, muss man handeln. Hat man Übergewicht, dann sollte man schleunigst etwas dagegen tun. Durch Kalorien zählen kann man versuchen, die überflüssigen Pfunde in den Griff zu kriegen. Oder man beschäftigt sich mehr mit einer speziellen Diät, liest darüber Bücher und versucht, das Gelesene anzuwenden, indem jede Mahlzeit nach genauen Regeln zubereitet und vielleicht auch noch zu bestimmten Tageszeiten eingenommen oder eben nicht mehr eingenommen wird. Nimmt man ein Magengrummeln wahr, blickt man erst auf die Uhr. Ja, es ist Hunger, bestätigt die Uhrzeit, denn um diese Zeit hat der Magen – man rechnet kurz nach – schon vier Stunden keine Nahrung mehr zersetzt.

 

Genau abgewogen und berechnet, nimmt man Mahlzeiten zu sich und zählt im Optimalfall die Anzahl der Kaubewegungen mit, denn durch langes Kauen setzt das Sättigungsgefühl schneller ein. Zusätzlich treibt man Sport, der Blick auf die Uhr verrät, wie viele Kalorien dabei verbrannt werden, so dass man bei der nächsten Mahlzeit vielleicht ein bisschen sündigen darf. Gut geeignet für diesen Kontrollzwang sind die Geräte in Fitnessstudios, denn man kann die Geschwindigkeit, Steigung und Dauer über Apparate kontrollieren lassen und läuft nicht völlig unkontrolliert durch die Natur. Noch besser lässt sich der Erfolg der Aktivität mit einem Fitnessarmband kontrollieren. Habe ich mich genug ausgepowert? Nein, ich muss nächstes Mal ein paar Schritte mehr machen, sagt die App. Fühlt man sich morgens nach dem Aufwachen noch nicht ganz ausgeruht, kann man sich auch über das Fitnessarmband vergewissern, ob das an Schlafmangel liegt oder ob der Schlaf nicht tief genug war. Gut, dass man dadurch dieses träge Gefühl am Morgen besser einordnen kann. Schnell trinkt man die erste Tasse Kaffee, vier dürfen es am Tag sein, sagt der Arzt, also schenkt man sich gleich nach und addiert die beiden zusammen, damit man am Nachmittag darauf aufbauen kann und den Überblick nicht verliert. Zur Sicherheit misst man noch den Blutdruck und dazu noch den Puls, dann kann wirklich nichts mehr schief gehen.

Oder doch?

In einem Zeitungsartikel liest man über ein Studienergebnis, dem zufolge Personen, die zu Bauchfett neigen, ein erhöhtes Risiko haben, irgendwann einmal an Diabetes zu erkranken. Um sich besser einschätzen zu können, holt man schnell das Maßband aus dem Schrank und verschafft sich Gewissheit. Und dann, wenn man endlich abends auf dem Sofa sitzt, friert man plötzlich. Doch der Blick auf das Thermometer widerlegt diese These umgehend. Bei diesem Gefühl muss es sich um etwas anderes als frieren handeln, denn die Temperatur im Raum ist ausreichend hoch.

Beispiele dieser Art kann man ständig und überall beobachten. Studien verursachen Ängste in den Menschen, die durch den Verkauf technischer Hilfsmittel und akribisch erarbeiteter Konzepte für ein auf einer bestimmten Substanz aufbauendes Training sehr empfänglich machen. Das Gefühl für den eigenen Körper kommt dabei völlig abhanden oder durcheinander, und man denkt, misst, analysiert und stellt sich permanent in Frage.

Im Qigong lernen wir, unseren Körper zu spüren, ihn weich und durchlässig zu machen und vor allem das Vertrauen in uns zu stärken. Wir kommen wieder in Kontakt mit uns selbst, erleben uns wieder als Ganzheit, Körper, Geist und Seele verbunden. Das Vertrauen, das aufkeimende Gefühl im Magen richtig einschätzen zu können, ohne erst auf die Uhr blicken zu müssen, wird wieder erlangt. Das Leben ist dynamisch und unterliegt ständigen Veränderungen, so hat man an manchen Tagen eben früher Hunger, mehr Durst oder weniger Wärme im Körper. Damit verbunden entwickelt sich auch eine gewisse Sensibilität dafür, was in diesem Augenblick guttut, welche Nahrung der Körper jetzt braucht und welche Substanz besser gemieden wird. Wenn sich die Suche im Außen umkehrt in ein in sich Ankommen, gestaltet man seinen Alltag mit einer gewissen Leichtigkeit und Natürlichkeit. Der Spaziergang in der Natur wird wieder in vollen Zügen genossen, weil sie dankbar mit allen Sinnen wahrgenommen wird. Die inneren Übungen sind hervorragend geeignet, um das Bauchbewusstsein zu stärken und damit auch die Intuition, so dass Klarheit darüber entsteht, was wichtig ist und was unwichtig. Das unwesentliche kann dann einfach losgelassen werden.

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